Informationen für Patienten

Früherkennungsmaßnahmen und Prävention

Im Deutschen Konsortium Familiärer Brust- und Eierstockkrebs wird ein risiko-adaptiertes Brustkrebs-Früherkennungsprogramm mit Ultraschall und Kernspintomographie der Brust sowie Mammographie angeboten. Diese Untersuchungsmethoden werden in Abhängigkeit des individuellen Erkrankungsrisikos (zum Beispiel BRCA-Mutationsträgerinnen, Trägerinnen von Mutationen in moderaten Risikogenen, Frauen mit statistisch erhöhtem Brustkrebsrisiko) und des jeweiligen Lebensalters angeboten. Durch diese Untersuchungen können über 80 von 100 Brustkrebserkrankungen in einem frühen Stadium diagnostiziert werden.

Prävention durch operative Maßnahmen

Als Präventionsmaßnahmen für Mutationsträgerinnen der Hochrisikogene BRCA1 und BRCA2 kommen auch die prophylaktische Entfernung des Brustdrüsengewebes oder der Eierstöcke in Betracht. Bei Mutationen in den moderaten Risikogenen sind vorbeugende Operationen nur in Einzelfällen indiziert. Einer solchen Entscheidung geht eine intensive interdisziplinäre Beratung in den spezialisierten Zentren des Konsortiums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs voraus, die die Ratsuchenden in die Lage versetzen soll, die für sie richtige Entscheidung zu treffen.

Die sonstigen gynäkologisch-ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen (PAP-Abstrich etc.) erfolgen weiterhin bei der Frauenärztin/beim Frauenarzt. 

Im Rahmen der Tumornachsorge von schon betroffenen Patientinnen erfolgen im Konsortium die gleichen Untersuchungen wie bei Gesunden zur Früherkennung einer zweiten Tumorerkrankung.

Männer mit einer BRCA2-Mutation haben ebenfalls ein erhöhtes Brustkrebsrisiko. Während Männer ohne Genveränderung lebenslang ein Risiko von 0,1 % (einer von tausend) tragen, sind es bei BRCA2-Mutationsträgern 5 - 7 %. Des Weiteren scheint ein erhöhtes Prostatakarzinomrisiko zu bestehen, wobei dies noch Gegenstand aktueller Untersuchungen ist. Klinischerseits wird bei männlichen Mutationsträgern keine Brustkrebs-Früherkennung durchgeführt, es wird aber dazu geraten, Veränderungen im Brustbereich zu beobachten und gegebenenfalls eine ärztliche Untersuchung durchführen zu lassen.