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Familiärer Brust- und Eierstockkrebs

Ein wichtiger Unterschied in der Medizin: Brustkrebs oder familiärer Brustkrebs? Eierstockkrebs oder familiärer Eierstockkrebs?

In Deutschland erkranken jedes Jahr rund 70.000 Frauen an Brustkrebs und/oder Eierstockkrebs. Dabei ist zwischen Brustkrebs (Mammakarzinom) und familiärem Brustkrebs ebenso wie zwischen Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) und familiärem Eierstockkrebs zu unterscheiden. Während in einigen Familien nur einzelne („sporadische“) Erkrankungen an Brustkrebs bzw. Eierstockkrebs auftreten, häufen sie sich in anderen Familien, bzw. treten schon in jungen Jahren auf. In diesen Familien können auch Männer von Brustkrebs betroffen sein. Wenn in solchen Familien durch genetische Untersuchungen eine genetische Veranlagung zur Erkrankung nachgewiesen wird, spricht man von Hochrisikofamilien mit einer erblichen Belastung für Brustkrebs bzw. Eierstockkrebs.

Erblich bedingter Brustkrebs und Eierstockkrebs

Erblich bedingter Brustkrebs und oder Eierstockkrebs bedeutet, dass eine Genveränderung ursächlich für eine Brustkrebs oder Eierstockkrebserkrankung ist. Man spricht auch von einer Genmutation.

Nach derzeitigem Erkenntnisstand ist bei etwa 30 von 100 aller Brustkrebs-und/oder Eierstockkrebserkrankten eine familiäre Häufung oder auch ein sehr junges Erkrankungsalter zu beobachten. Davon lassen sich 5 bis 10 von 100 Mamma- und/oder Ovarialkarzinomfälle auf eine Veränderung in den Genen zurückführen. Für Personen mit einer Veränderung in den Genen ist das Risiko im Laufe des Lebens an Brustkrebs oder Eierstockkrebs zu erkranken im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung, d.h. Personen ohne eine familiäre Belastung, erhöht.

Hochrisikogene BRCA1 und BRCA2

Derzeit sind vor allem die Hochrisikogene BRCA1 und BRCA2 (BReast Cancer= Brustkrebs) bekannt, die, wenn sie verändert sind, zusammen circa 25% Prozent aller erblich bedingten Brust- und Eierstockkrebsfälle ausmachen. Weitere veränderte Gene (CHEK2, RAD51C, RAD51D, TP53, CDH1, NBN, PALB2, ATM, PTEN, MSH6, MSH2, MLH1 und PMS2) können das Risiko erhöhen, man spricht von moderaten Risikogenen.

Hat eine Person eine solche Genveränderung, wird diese in 50% aller Fälle an die Nachkommen weitergegeben. Sowohl Mutter als auch Vater können Träger der Genveränderung sein und damit die Mutation an die Kinder weitergeben.

Weitere Informationen finden Sie in den Artikeln der Spezialausgabe 2013 des Brustkrebsmagazins MammaMia!: