Molekulare Diagnostik

Die TruRisk® Gen-Analyse bei familiärem Brust- und Eierstockkrebs

Bei jeder dritten Patientin mit Brustkrebs oder Eierstockkrebs ist eine familiäre Häufung der Erkrankungen oder auch ein frühes Erkrankungsalter zu beobachten. Diese Patientinnen sollten gemeinsam mit ihrem behandelnden Arzt die Möglichkeit einer genetischen Untersuchung erörtern, denn es besteht der Verdacht auf eine erbliche Veranlagung. Sind die Einschlusskriterien für eine familiäre Risikosituation erfüllt, dann kann die Patientin auf Wunsch eine genetische Untersuchung durchführen lassen - die Kosten hierfür werden von vielen Krankenkassen übernommen.

Die TruRisk® Gen-Analyse: Nach einer ausführlichen Aufklärung durch den Arzt wird Ihnen eine Blutprobe entnommen. Hieraus isolieren wir das Erbgut (DNA) und führen die genetische Analyse durch. Die TruRisk® Gen-Analyse berücksichtigt alle bekannten Risikogene für den erblichen Brustkrebs, Eierstockkrebs und das Endometriumkarzinom (ATM, BRCA1, BRCA2, BRIP1, CDH1, CHEK2, EPCAM, MLH1, MSH2, MSH6, PALB2, PMS2, PTEN, RAD51C, RAD51D, STK11, TP53). Zusätzlich werden Gene untersucht (z.B. BARD1, NBN, FANCM, XRCC2, RECQL), die weiter erforscht werden müssen. Das Testergebnis (Befund) erhalten Sie in der Regel innerhalb von 4 Wochen. Die Ergebnisse der genetischen Untersuchung werden Ihnen in einem persönlichen Gespräch ausführlich erklärt.

Wird eine genetische Veränderung (Mutation) z.B. in den Genen BRCA1 oder BRCA2 bei einer Patientin nachgewiesen, dann kann dies Auswirkungen auf die Therapiewahl haben, denn Patientinnen mit einer solchen Genveränderung sprechen vielfach besonders gut auf bestimmte Wirkstoffe zur Krebsbehandlung an. Mutationen werden nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% vererbt, d.h. Angehörige können vielfach entlastet werden. Wird jedoch eine Mutation z. B. bei der gesunden Tochter einer Patientin nachgewiesen, dann bieten die Zentren des Konsortiums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs ein Früherkennungs- und Vorsorgeprogramm an, welches auf das persönliche Erkrankungsrisiko zugeschnitten ist.

Die TruRisk® Gen-Analyse wird jährlich dem aktuellen Stand der Forschung angepasst, zuletzt im Februar 2017. Das Deutsche Konsortium Familiärer Brust- und Eierstockkrebs trägt einen wesentlich Anteil an der Entdeckung neuer Risikogene, sowie deren Validierung und Translation in die Klinik. Hierzu verwenden wir modernste technologische Plattformen. Ergeben sich aus der Forschung neue Erkenntnisse für die Patientenversorgung, dann werden Sie hierüber auf Wunsch informiert, um Ihnen eine bestmögliche Versorgung zu gewährleisten. Hierbei werden wir seit vielen Jahren von der Deutschen Krebshilfe unterstützt.